![]() Futtermittel
Die meisten gentechnisch veränderten Erzeugnisse landen im Futtertrog, z. B. Soja aus Brasilien, Mais aus den USA oder Raps aus Kanada. Außerdem ist es nicht erlaubt, gentechnikfreie Produkte als "gentechnisch verändert" zu deklarieren. Auch Formulieren wie "kann gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten" sind von der EU-Kommission im Herbst 2006 untersagt worden. Diese "vorsorgliche" Deklaration wird zum Teil immer noch praktiziert. Und es gibt immer noch Futtermittelhändler, die ihren Kunden sagen, es gäbe keine Futtermittel ohne Gentechnik. Tatsache ist, dass es überall Händler gibt, die Futter ohne Gentechnik anbieten, manche allerdings nur auf besondere Nachfrage hin. Eine aktuelle Liste finden Sie hier.
Auch wenn es Mangelware zu sein scheint, es gibt sie, die gentechnikfreien Futtermittel. Zum Beispiel wird im Bundesstaat Paraná in Südbrasilien Soja noch weitgehend gentechnikfrei produziert. Nach Angaben des Futtermittelimporteurs IMCOPA könnte der Bedarf in der EU zu mehr als 100 % gedeckt werden. Einige große Geflügelproduzenten in Norddeutschland, zum Beispiel "Wiesenhof", setzen gentechnikfreies Futter ein. Warum sollten dann nicht „ganz normale“ Landwirte in Westfalen beliefert werden können?
In Würzburg hat das Raiffeisen Kraftfutterwerd Süd umgestellt auf nicht gentechnisch veränderte Futtermittel. Man sieht hier einen Markt für gentechnikfreie Ware.
Der bayrische Futtermittelhändler Josef Feilmeier hat ausgerechnet, dass gentechnikfreie Soja aufgrund der besseren Verwertbarkeit sogar billiger ist als die kennzeichnungspflichtige Ware. Mehr dazu hier.
Leider ist es in Deutschland nicht erlaubt, auf Lebensmitteln mit der gentechnikfreien Fütterung zu werben. Wer „ohne Gentechnik“ auf seine Produkte schreiben will, muss sicherstellen, dass alles, z. B. auch Zusatzstoffe oder Medizin, ohne Gentechnik produziert ist. Dieses schreibt eine Verordnung aus dem Jahr 1998 vor, die nur in Deutschland gilt. Es gibt bisher außerhalb des Bio-Bereiches nur wenige Firmen, die ihre Produkte mit gentechnikfrei bewerben, zum Beispiel die Bergweide-Milch aus dem Sauerland.
Auch im Münsterland gibt es Landwirte, die keine gentechnisch veränderten Futtermittel einsetzen. Ein Beispiel: Der Münsteraner Landwirt Leonhard Große Kintrup, der in seiner hofeigenen Molkerei Milch, Joghurt und Quark produziert und an Haushalte und Großküchen ausliefert, setzt ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel ein.
Im Münsterland bieten u. a. folgende Firmen nicht kennzeichnungspflichtige Futtermittel an: Fa. Curo Spezielfutter in Ennigerloh, Tel. 0 25 24 - 5092 Fa. Georg Ahlert in Coesfeld, Tel. 0 25 41 - 39 29 Fa. Wilhelm Krampe in Coesfeld, Tel. 0 25 46 - 1009 Fa. H.S. Schräder in Ochtrup, Tel. 0 25 53 - 780 Wenn auf dem Futtermittel keine Kennzeichnung zu finden ist, dann darf eine zufällige oder technisch vermeidbare gentechnische Verunreinigung nicht höher als 0,9 % sein.
|
|
|
|||||||||||||
| |